Alles Anti oder was?

Rezension von Dagmar Nickel

Maja nimmt den Leser mit in ihre Grundschulzeit in den späten siebziger Jahren im Ruhrgebiet. Aus ihrer Sicht schildert sie die Erlebnisse zwischen Elternhaus, Schule, Hort und Freizeit. 

Verbieten verboten! Das gilt für die Erwachsenen in Majas Umfeld. Die Eltern sind Studenten und leben getrennt, engagieren sich auf Demos – die konservativen Nachbarfamilien aus Bergmanns-und Stahlarbeiterhaushalten können über „Solche“ nur die Nase rümpfen. Gut, dass es noch andere Außenseiterkinder gibt, die zusammenhalten. 

Gewalterfahrungen, in der Erziehung tabu, werden auf der Straße gemacht. Maja muss einstecken, kann sich aber auch behaupten. 

Viel zu schnell vergeht die Zeit und es gibt Veränderungen. 

Mich hat das Buch schnell in seinen Bann gezogen. Scheinbar zufällig werden die verschiedenen Episoden aneinandergereiht. Genau so wie Kindererinnerungen sind, intensiv und sprunghaft, der Zeitgeist ist gut getroffen Maja im Kampf gegen Anfeindungen von außen und dem Großwerden zu begleiten macht Spaß, die oft bildhafte Sprache lässt die Geschichten im Kopf lebendig werden. In den ernsten und verängstigenden Momenten leidet man mit den Kindern. 

Unweigerlich habe ich meine eigene Kindheit mit Majas Aufwachsen verglichen und finde es sehr spannend, in ein komplett anderes Lebensmodell einzutauchen. 

Gerne hätte ich Majas Werdegang weiter verfolgt. 

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