Sperrzone Tag 53

Man braucht wirklich viel Ruhe, innerliche Ruhe. Manchmal würde ich am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand rennen, oder raus auf die Straße und ganz laut schreien. Dann sage ich mir immer, bleib ruhig. Ruhig. Denk nicht an das Ende. Schritt für Schritt, denk ans Jetzt. Denk daran, ruhig zu bleiben und dich nicht zu viel zu ärgern. Sonst würde ich schreien. Draußen am Po, so sieht man im Fernsehen, kontrolliert Militär und Polizei mit Dronen nach Menschen, die dort vielleicht grillen. Niemand ist dort. Immer wieder zeigen sie Szenen vom Strand in der Romagna, wo es Einzelne bis ans Wasser wagen. Doch mit Drohnen, Hubschraubern und Range Rovers werden alle Einzelgänger aufgefunden. Sie werden gejagt wie Verbrecher. Am Montag dürfen wir raus. Aber nicht an den Strand. Die Parks sind hier weiter geschlossen. Außer zwei winzigen mit verschließbaren Eingängen. Die Stadtmauer bleibt geschlossen und auch unser großer Stadtpark. Ich werde an den Po fahren, mit dem Fahrrad. Man darf nur allein raus. Mit dem Auto darf man nur Einkaufen oder zum Arzt. Es wird sich nicht viel ändern. Aber wir dürfen raus, alleine, nicht zu zweit. Es wird weiter kontrolliert und wir müssen weiter eine Autocertificazione mit uns herumragen. Die Strafen scheinen ein Sport der Polizei geworden zu sein. Überall, wo die Gesetze interpretiebar sind, und das ist an vielen Stellen so, da wirds gefährlich. Ich hoffe, sie werden bald diese verdammten Kontrollen abschaffen und auch die Autocertificazione.

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