Pressemitteilung Neuerscheinung Roman 

Der Doppel-Schreier, eine Nah-Ost-Roadstory

 

Der Doppel-Schreier, Ende Juni 2024 erschienen, entführt die Leser*innen in die faszinierende und komplexe Welt des Nahen Ostens. Mit Einblicken in historische Ereignisse und kulturelle Zusammenhänge bietet dieses Buch ein einzigartiges Leseerlebnis.

Lisei Luftvogel, geboren 1971 im Ruhrgebiet, bringt mit ihrem neuen Roman Der Doppel-Schreier eine Erzählung auf den Markt, die im Frühjahr und Sommer 2008 sowie mit Flashbacks in den 70er und 80er Jahren spielt. Der Roman führt die Leser*innen von Pisa und Berlin nach Damaskus und Beirut und behandelt Themen wie den Kalten Krieg, den Nahostkonflikt, linken Terrorismus und kulturelle Missverständnisse.

Die Geschichte folgt der Protagonistin Zara, die dreiundzwanzig Jahre nach dem vermeintlichen Tod ihres Vaters erfährt, dass dieser noch lebt. Ihre Suche nach der Wahrheit führt sie durch die labyrinthartigen Gassen der Altstadt von Damaskus bis in die Berge des Libanons. Auf dieser spannenden Reise wird Zara mit der komplexen Vergangenheit ihres Vaters konfrontiert und muss sich den Herausforderungen ihrer eigenen Identität und Familiengeschichte stellen.

Neben einem riesigen Strauß von kulturellen, religiösen und sozialen Ereignissen im Vorkriegs-Syrien der 2000er Jahre vermittelt der Roman Einblick in die politische Situation im Nahen Osten. Angetrieben wird die Geschichte immer neu von den Verstrickungen einiger junger politisierter Europäer in den 70er und 80er Jahren und deren Folgen. 

Sowohl die unerwarteten Wendungen als auch Begegnungen dieser Suchreise sind packend erzählt. Die Sprache ist authentisch und die Beschreibungen detailliert. Das Motiv von Paul Klees „Doppel-Schreier“ verschiedener (Zwischen-)Welten gibt der Erzählung philosophische Tiefe. 

 

Über die Autorin:

Lisei Luftvogel, geboren im Ruhrgebiet und aufgewachsen in der linksalternativen Szene, hat eine bewegte Vergangenheit. Bereits als Kind reiste sie durch Europa und erlernte zahlreiche Sprachen. Ihre akademische Laufbahn führte sie nach Perugia, wo sie Philosophie, Anthropologie und Assyrisch-Babylonisch studierte, und später nach Venedig, wo sie Arabisch und Jiddisch lernte. Ihre Reisen nach Syrien und in den Libanon sowie ihre Erfahrungen in der linken Alternativszene ihrer Eltern und ihre Studien von Autobiografien und sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschungen zu Geheimdiensten, Kriegen, Ideologien und deren Auswirkungen prägen ihre tiefgründigen und vielschichtigen Erzählungen.

Luftvogel lebt seit über zwanzig Jahren in Ferrara, wo sie als Deutsch- und Feldenkrais-Lehrerin tätig ist. Ihre umfassenden Kenntnisse und persönlichen Erfahrungen spiegeln sich in ihren literarischen Werken wider. Der Doppel-Schreier ist eine Synthese ihrer lebenslangen Beobachtungen und Recherchen zu politischen und kulturellen Konflikten.

 

Buchdetails:

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Gebundenes Buch

Umfang: 394 Seiten

Verlag: Tredition

Erscheinungsdatum:25.06.2024

Preis: 25 Euro (Hardcover),  9,99 Euro (E-Book)

ISBN Hardcover: 9783384197207

ISBN E-Book: 9783384197214

„Ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte„

Rezension von Brinif31

Zaras Vater starb bei einem Motorradunfall. 

Später erfährt sie jedoch, dass sie nicht nur von ihrer Mutter, sondern auch von nahen Bekannten belogen wurde. 

Ihr Vater lebt und auf der Beerdigung wurde lediglich die Motorradjacke von Zaras Vater beerdigt. 

Zum Verbleiben ihres Vaters schweigen alle und sie hat nur den Hinweis, dass sich ihr Vater im Damaskus aufhalten muss. 

Also begibt sie sich alleine auf die Reise und versucht mit verschiedenen Hinweisen Licht ins dunkle zu bringen. 

Zaras Reise hat mich wirklich zutiefst beeindruckt. 

Ich selbst bin eigentlich ein sehr schneller Leser, aber Zaras Reise in den nahen Osten musste ich wirklich in Ruhe lesen, um alle Eindrücke genießen und wie ein Schwamm aufsaugen zu können. 

Auf Zaras Suche nach ihrem Vater begegnet sie so vielen, wundervollen Menschen und muss sich mit den kulturellen Unterschieden auseinandersetzen. 

Ich bin gedanklich mit Zara durch die Straßen gegangen, habe die unerträgliche Hitze gespürt und Gerüche von fernen Ländern und Kulturen in der Nase gehabt. (Ich hoffe, man versteht wie ich das meine). Der Schreibstil ist wirklich bildhaft und vor allem lebhaft dargestellt. 

Ich wusste zu keinem Zeitpunkt wo die Reise hinführt und auch mit dem Ausgang der Geschichte habe ich nicht gerechnet. Das hat mich tatsächlich sehr berührt und ich habe mit Zara mitgefühlt. 

Wer das Buch liest, sollte sich wirklich Zeit nehmen und alles auf sich wirken lassen. Man wird auf jeden Fall belohnt. 

Der Doppel-Schreier, mein neuer Roman ist fertig

Hier das Fragment eines Schreis:

Paul Klee, ein Doppel-Schreier, 1939

„WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAS?“, Zara schrie so laut, dass es durch die ganze Kuppel hallte. Die Wände drehten sich. Sie legte die Hände auf den Kopf. Die Kolonnen drehten schneller. Der Fußboden sah aus wie Spinnweben. Sie zog den Kopf nach hinten und schrie weiter in Richtung ockerfarbener Kuppel. Die schwarz-weißen Säulen drehten sich, sie drehten sich, sie drehten sich. Zara schrie, sie schrie wie der Schrei von Munch. Das Bild hatte ihr als Kind Angst gemacht. Jetzt war sie selbst dieser Schrei. Schrei. Schrei. Schrei. Uaaaaaaaaaaaaaah. Ruth klebte ihr eine. Der Schrei blieb ihr in der Kehle stecken. Mit weit aufgerissenen Augen starrte Zara Ruth an und schlug sie zurück. Ruth taumelte leicht. Johannes machte ein paar Schritte rückwärts in Richtung Ausgang. Die Wände rotierten nicht mehr. „Du bleibst hier“, schrie Zara Johannes an. „Ja“, sagte er leise. „Das geht hier alle an, nicht nur Ruth und mich. Komm bitte rein.“

Ruth setzte sich jenseits der Absperrung auf die Marmorstufen des Taufbeckens und begann zu weinen. Johannes nahm neben ihr Platz und streichelte ihr den Rücken.

„Johannes! Was hast du gesagt?“ Zaras Stimme war rau geworden.

Stille. Eine Minute Stille. Nur Ruths Schluchzen war zu hören, sie putzte sich die Nase.

„Ich habe Reinhard in einer Eisdiele in Damaskus getroffen.“

„Sag mal, spinnst du?“

„Wie?“

„Reinhard lebt? RUTH! Ihr seid doch alle bescheuert. Was geht hier ab?“

Johannes blickte hilfesuchend zu Ruth.

„Lass uns in Ruhe darüber sprechen“, sagte Ruth mit gebrochener Stimme.

„Du spinnst doch total. Die Beerdigung war gar nicht echt?“

„Was für eine Beerdigung?“, fragte Johannes.

„Wusstest du davon gar nichts?“, schrie Zara.

„Ich? Nein. Was für eine Beerdigung?“

„Seiner Lederjacke“, sagte Ruth leise.

„Ich habe geglaubt, er sei tot, du weißt das, Ruth.“

„O Mann, Scheiße“, sagte Johannes.